Samstag, 19. April 2014

Weißt du, manchmal frage ich mich, wie es so weit kommen konnte, dass, wenn wir uns sehen, wir uns so behandeln, als wären wir Menschen eines anderen Planeten. Wir sind uns in so kurzer Zeit so nahe gekommen und in einer viel kürzeren Zeit waren wir uns plötzlich fremder denn je. Erklär mir, wieso. Erklär mir, wo das Mädchen hin ist, mit dem ich mein Lachen geteilt habe und bei dem ich selbst stilles Schweigen als Geschenk wahrnahm, solange ich mit dir zusammen schwieg. Wo ist das Mädchen, mit der ich Abende und Nächte lang nur gegessen und geredet und geraucht habe, das Mädchen, mit der ich so viele Erinnerungen Teile, wie mit wahrscheinlich keinem anderen. Hast du bemerkt, was mit uns passiert, oder schließen sich deine Augen vor der Wahrheit. Lebst du in einer pinken Welt, wo du noch die alten Bilder siehst, wie es einmal war? Bildest du dir deshalb ein, wir wären noch so etwas wie „beste Freunde“? Wenn ich die Augen schließe, sehe ich schwarz. Verliebt sein mag ja schön sein, nicht einmal im nächsten Leben würde ich das bestreiten, genauso wie ich das Glück eines Menschen nie zerstören wollen würde. Aber sag mir eins, ist es Sinn des Verliebens, alle anderen zu verlieren? Ist es etwa der Sinn, die Augen zu schließen und in einem Wunschdenken zu baden, ohne jemals zu der Gegenüberstellung mit der Wahrheit anzutreten? Erklär mir, als Unwissende, ist es so schön verliebt zu sein, dass du alles fallen lassen kannst, was dir davor wichtig war, ohne einmal daran zu denken, dass du es eines Tages noch brauchen könntest? Doch dann, und darauf kannst du dich einstellen, wird keiner mehr da sein und der Haufen aus Menschen, die du weggeworfen hast, wird nicht mehr da sein. Und dann bist du allein. Wenn du lieber mit ihm deine Zeit verbringst, dann ist es auch gut, dass du es tust. Ich will dir nur sagen, es tut weh und ich bin furchtbar enttäuscht, denn du warst die letzte Person, der ich so etwas zutraute. Bros before hoes, remember? Folge deinem Herzen, es wird das Beste sein. Du sollst es nur wissen. Hiermit endet die Suche nach dem Mädchen. Meinem Mädchen. Adieu. ~

Kommentare:

  1. Selten konnte ich mich mit mit Worten so gut identifizieren wie mit deinen. Ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen und habe mich sofort in deinen Schreibstil verliebt.
    Es ist fast, als hättest die Formulierungen gefunden, die mir lange Zeit gefehlt haben.
    Ich liebe es.

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  2. Dafür musst du dich doch nicht bedanken, ich finde du schreibst wirklich gute Texte! Wirklich? Oh, lieb sowas zu lesen, ich schreibe meistens auch nur wenn ich irgendwie speziell drauf bin, hört sich vielleicht komisch an aber ich bekomme meistens keinen Text zustande wenn ich normal vor dem Bildschirm sitze oder fröhlich bin. Ich hoffe dir geht es soweit gut! Ein Herz zurück, Daisy.

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  3. Naja aber das ist doch nicht schlimm, ich finde man sollte nur dann etwas posten wenn man auch wirklich den Drang zum schreiben hat. Der bleibt bei mir auch manchmal Monate lang aus aber dann aufeinmal kommt er wieder. Wenn es dir wirklich gut geht dann freut es mich, mir geht es auch sehr gut, ich habe nur morgen wieder Therapie und das zieht meine Laune ein wenig herunter. Herz

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  4. Nope, sie hilft mir nicht wirklich, aber das ist okey, das hab ich ihr auch schon gesagt, sie sieht das natührlich nicht so und ist der Meinung das sowas viel länger braucht als jetzt mittlerweile.. 5 Monate, nja, ich gehe eigentlich nur noch hin weil ich von meinen Eltern aus muss. Oh, okey, das höre bzw, lese ich wirklich selten, darf ich fragen wie dir die Therapie denn hilft? Aber es freut mich zulesen dass du gerne hin gehst! Sollte man eigentlich auch, sonst fühlt man sich ja auch nicht wohl und zweifelt daran ob es etwas nützt.

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  5. Adieu beschreibt die ganze Sache ganz gut. Ich mag es, deine Texte zu lesen!

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